Nur wer sich bewegt, kann sich verbessern

Kaum ein Managementbegriff sorgt derzeit für so viel Wirbel, wie der der Agilität. Was verbirgt sich dahinter und wie geht das Abrechnungszentrum Emmendingen das Thema an?

Ein Gespräch mit dem Organisationsentwickler Vladimir Maksimov

Eigentlich ist alles ganz einfach: Flexibles und kundenorientiertes Handeln, das initiativ und proaktiv aus einer teambasierten, transparenten Organisationskultur heraus geschieht – das ist, kurz gefasst, Agilität. Und während die erste Hälfte, das flexible und kundenorientierte Handeln, üblicherweise auf große Zustimmung trifft, wird es bei der zweiten Hälfte schon schwieriger. Schließlich sind Unternehmen fernab der Startup-Welt traditionell von hierarchisch-prozessorientierten Strukturen geprägt. Ein Denken in Netzwerkstrukturen, in teambasierten, dialogorientierten Arbeitsprozessen, deren Ergebnisse kurzfristig und iterativ daherkommen, ist unüblich.

 

Gerade der teambasierte Ansatz und die Feedbackkultur sorgen für Zündstoff, erklärt Vladimir Maksimov. Und auch im Abrechnungszentrum Emmendingen wurde viel über die einzelnen Komponenten gesprochen: „Wir haben heiße Diskussionen darüber geführt, was Agilität eigentlich bedeutet, und dabei gemerkt, dass der Begriff sehr breit auslegbar ist. Jeder hat ein eigenes Verständnis davon. Im Grundsatz ticken wir gleich, aber es kommt auf jede Kleinigkeit an. Und da haben wir manchmal unterschiedliche Meinungen“, erzählt Maksimov, der sich als Koordinator um die organisatorische Entwicklung der Teams kümmert. Seitdem das Abrechnungszentrum Emmendingen vor gut zwei Jahren einen umfassenden organisatorischen Transformationsprozess angestoßen hat, ist viel in Bewegung geraten. „Warum wir uns ändern sollen, kann man überall nachlesen“, fasst Organisationsentwickler Maksimov die Notwendigkeit der Aufgabenstellung zusammen. „Alle Unternehmen haben die gleiche Herausforderung: Die Welt draußen ändert sich so schnell und so rasant, dass auch wir schneller und flexibler sein sollten.“ Wie wahr dieser Satz ist, wurde gerade in den letzten Monaten imposant und nachdrücklich klar: „Die Coronazeit hat gezeigt: Auf einmal sind wir anders.“

 

Auf einmal anders – aber wie? Ganz wichtig sei es gewesen, dass die Rahmenbedingungen gestimmt hätten, um schnell flexibel arbeiten zu können. Und die fangen bei banalen Dingen an, die in der Breite vor einigen Monaten noch nicht denkbar waren und heute zum Alltag gehören: „Es müssen Telefonkonferenzen möglich sein, die Ausstattung muss vorhanden und der ganze organisatorische Rahmen klar sein.“ All das benötigt ein Unternehmen, damit schneller und flexibler gehandelt werden kann. Das Allerwichtigste jedoch: der Faktor Mensch. Schnelligkeit und Flexibilität leben von Selbstverantwortung, Transparenz und dem Teamgedanken. Für weisungsorientiert denkende Mitarbeitende ebenso wie für die Führungsebene eine Herausforderung – die aber tadellos funktionieren kann. Als Beispiel nennt Vladimir Maksimov die Software-Entwickler des Abrechnungszentrums Emmendingen, die im März allesamt schlagartig ins Homeoffice geschickt wurden: „Auf einmal war es nicht mehr so, dass irgendeine Führungskraft gesteuert und delegiert hat, sondern es waren gewisse Regularien vereinbart, an die man sich hielt.“ Selbstorganisation und Selbstdisziplin spielten für das Miteinander eine zentrale Rolle: „Meine Beobachtung war, dass in der Coronazeit niemand einfach unvorbereitet in einen Termin oder Gespräch hineingeht. Alle haben sich jeweils auf das Gespräch vorbereitet, die Verantwortung war sofort da.“

 

Dass dieses Prozedere funktioniert hat und die Mitarbeitenden auch ohne disziplinarische Inhouse-Kontrolle fokussiert an ihren Kernaufgaben arbeiten konnten, machen die Kennzahlen eindrucksvoll deutlich: Der Entwicklungsfaktor stieg seit der Umstrukturierung in einem Pilotteam um 27 Prozent an. Für Organisationsentwickler Maksimov ist das ein großer Erfolg – und ein kleiner, aber entscheidender Schritt auf dem nachhaltigen Weg hin zu mehr Selbstorganisation, Team- und Methodenkompetenz, die vom Management und der Geschäftsführung unterstützend und beratend mitgetragen wird. Gemeinsam mit dem Personalentwickler Florian Kammerer und der Personalabteilung hat Vladimir Maksimov Maßnahmen und Bausteine zur Teamentwicklung geschaffen, mit denen auf allen Ebenen Verständnis und ein Wissensgleichstand erreicht werden sollen.

 

Der allerwichtigste Schritt aber kommt ganz unscheinbar daher: In seiner täglichen Arbeit ersetzt Vladimir Maksimov inzwischen ‚agil‘ durch ‚flexibel‘. Schließlich geht es um Teamkompetenz und um ein Miteinander – da sind Begriffe, aus denen ausufernde Diskussionen entstehen, irgendwann störend. Das ist ganz im Sinne des Geschäftsführers Michael Häfele, denn „wir sollten nicht nur permanent darüber reden, sondern es einfach tun und leben“.  Und mit Flexibilität geht es sowieso leichter. Diese Startup-Mentalität ist ganz wichtig!“ Und wird im Abrechnungszentrum Emmendingen weiterentwickelt.

 

Für Fragen steht Ihnen Herr Vladimir Maksimov gerne zur Verfügung: VMaksimov@arz-emmendingen.de

 

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