Vorwärts in die Zukunft: Elektronisch zum Arzneimittel

Das Abrechnungszentrum Emmendingen rüstet sich für das E-Rezept: Zum 1. Januar 2022 wandelt sich die bisherige Rezeptpraxis grundlegend – und schon jetzt geht es damit los!

 

In den knapp 20.000 bundesdeutschen Apotheken ist es alltägliche Routine: Reinkommen, Rezept abgeben und im Austausch dafür die verschriebenen Medikamente mitnehmen. Genau das ändert sich in Kürze und das altbekannte „Muster 16“ wird Makulatur: Die rosafarbenen Rezeptscheine werden durch das E-Rezept ersetzt, die bisherige Verordnungspraxis geht in ein digitales Verfahren über. Am 1. Juli 2021 beginnt eine halbjährige Übergangsphase, in der Ärzt*innen Rezepte sowohl elektronisch als auch in Papierform ausstellen können. Ab 1. Januar 2022 sollen verschreibungspflichtige Arzneimittel ausschließlich per E-Rezept verordnet werden. Der gesamte Prozess von der Rezepterstellung bis zur Einlösung ist dann auf der Basis einer elektronischen Verordnung digitalisiert – die Papierlösung wird nur noch eine gewisse Zeit lang vorgehalten, sozusagen als Backup, falls es zu Serverausfällen oder anderen Problemen kommt.

Der Endspurt fürs E-Rezept läuft

Schon jetzt ist überall im medizinischen Sektor der Endspurt hin zum E-Rezept spürbar: Viele Praxen rüsten sich mit der notwendigen Hard- und Software aus, technische Komponenten wie die E-Rezept-App werden programmiert, damit sie – wie vom Patientendaten-Schutz-Gesetz gefordert – zum 30. Juni 2021 bereitstehen. Und auch im Abrechnungszentrum Emmendingen mit seinen rund 650 Mitarbeiter*innen wird kräftig auf die künftige elektronische Datenübertragung zwischen Arztpraxis, Apotheke und der Abrechnungsdienstleistung hingearbeitet – schließlich werden hier pro Jahr rund 28 Millionen Arzneimittelrezepte abgerechnet.

Als das Abrechnungszentrum Emmendingen vor über 75 Jahren mit der Arzneimittelabrechnung begann, waren die Herausforderungen noch ganz andere. Heute, als Komplettanbieter für das umfassende Abrechnungs- und Datenmanagement der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, stehen die Digitalisierung und Abläufe ganz oben auf der Prioritätenliste. Vieles wurde auf den Weg gebracht – die Politik hilft dem Thema ja auch gewissermaßen auf die Sprünge. Und wenn das E-Rezept am 1. Juli 2021 für gesetzlich Versicherte erstmalig verfügbar sein wird, sind auch von Seiten der Abrechnung die Weichen gestellt.

„Das E-Rezept wird dringend benötigt“, formuliert es Projektmanager Burkhard Hogen, der sich in der Unternehmensentwicklung des Abrechnungszentrums Emmendingen mit allen Fragen der Digitalisierung von Unternehmensprozessen beschäftigt: „Das E-Rezept entspricht der Zeit, schließlich ist das System teilweise noch sehr papierlastig.“ Und damit fehleranfällig, weiß sein Kollege Stefan Weis, der als Fachbereichsleiter Apotheken den Blick dort hat, wo es haken könnte – und auch immer mal wieder hakt. „Beim jetzigen Verfahren ist es so, dass die Praxis alle Daten digital im Computer hat, dann wird ein Rezept auf Papier aufgeschrieben, das die Apotheke dann wiederum ausliest. Dort wird es wieder auf Papier aufgetragen – und das Apotheken-Rechenzentrum macht erneut einen Datensatz daraus.

In diesem Konstrukt der zweimaligen Übertragung elektronischer Daten auf Papier und umgekehrt passieren Fehler, die uns das Leben schwer machen“, weiß Stefan Weis und blickt erwartungsvoll auf das neue Verfahren: „In Zukunft erhält die Apotheke über die Legitimierung der Patient*innen Zugriff auf die E-Verordnung und ergänzt sie um einen eigenen Datensatz zu einem E-Datensatz.“ Für Stefan Weis ist das E-Rezept eine langersehnte technologische Revolution, die die Fehlerquote erheblich minimiert: „Es wird ein Quantensprung sein. Wir werden zu einem nahezu hundertprozentigen Abgleich kommen zwischen dem, was verordnet wurde, und dem, was abgerechnet wurde.“

Gut vorbereitet zum E-Rezept

Das Abrechnungszentrum Emmendingen ist auf den Quantensprung E-Rezept gut vorbereitet, die elektronische Datenverarbeitung ist Usus. „Unsere Programme werden im eigenen Haus entwickelt, wir haben eigene Programmierer und eine schnelle und flexible Zusammenarbeit zwischen Fachexpert*innen und eigener IT“, erklärt Stefan Weis – sogar ein eigenes Rechenzentrum gibt es. Mit dem Restfaktor an Unsicherheit kann der Fachbereichsleiter Apotheken daher gut umgehen: „Es ist eine Herausforderung, zumal viele endgültige Spezifikationen derzeit noch nicht bekannt sind. Aber dank unserer IT und unserer langjährigen Erfahrung sehen wir uns gut aufgestellt, alles fristgerecht hinzubekommen“, formuliert es Stefan Weis und blickt gelassen auf den Stichtag 1. Juli. Um die Daten tatsächlich problemlos annehmen zu können, wird im Abrechnungszentrum Emmendingen derzeit an einem Pilotprojekt gearbeitet.

Praxen und Apotheken sollen von der Arbeitserleichterung durch die E-Verordnung spätestens im ersten Quartal 2022 profitieren. Und auch den Versicherten bietet das E-Rezept Erleichterung. Künftig können sie vorab recherchieren, ob das verordnete Medikament in der Apotheke vorhanden ist, und die Verordnung dann per QR-Code an die Apotheke weitergeben – entweder auf dem Smartphone oder aber, als Ausdruck auf Papier, falls sie das wünschen. Doch wie auch immer das E-Rezept zur Apotheke kommt: Die Sicherheit der Daten, die auf einem zentralen Server abgelegt werden, ist in jedem Fall gewährleistet, Datenschutz und Infrastruktursicherheit sind neben dem einfachen Handling die entscheidenden Faktoren, die beim E-Rezept ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Also dann: Hinein in die Zukunft!

 

 

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